Vereine
16.01.2019

Seit 70 Jahren Klassik im Fokus

Zu ihrem ersten Konzert in diesem Jahr, am Sonntag, 20. Januar, hat der Theater- und Konzertverein Olten «Musique Simili» eingeladen, die zuvor bereits einige Male das Oltner Publikum begeisterten. (Bild: ZVG)Präsidentin, Pianistin und Klavierlehrerin Marija Wüthrich. (Bild: ZVG)

Zu ihrem ersten Konzert in diesem Jahr, am Sonntag, 20. Januar, hat der Theater- und Konzertverein Olten «Musique Simili» eingeladen, die zuvor bereits einige Male das Oltner Publikum begeisterten. (Bild: ZVG)

Präsidentin, Pianistin und Klavierlehrerin Marija Wüthrich. (Bild: ZVG)

Theater- und Konzertverein Olten In diesem Jahr begeht der Theater- und Konzert- verein seinen 70. Geburtstag. Diesen feiert er, wie könnte es anders sein, mit Musik. Am Sonntag, 20. Januar startet er mit einem Auftritt von «Musique Simili» ins neue Konzertjahr.

MIrjam Meier

Ein spezielles Jubiläumsprogramm werde es aus finanziellen Gründen nicht geben, erklärt Präsidentin Marija Wüthrich. Der Verein feiere das Jubiläum mit der Konzertreihe, also mit vier verschiedenen Konzerten, so die 35-Jährige, die vor fünf Jahren von der langjährigen Präsidentin Silvia Huber das Amt übernommen hat.

Langes Konzertwirken

Der Theater- und Konzertverein entstand 1949 aus der vier Jahre zuvor gegründeten Gesellschaft der Theater- und Musikfreunde. Es werden die Bewerbung von Theatervorstellungen und Konzerten im Stadttheater Olten sowie eigene Aufführungen als Vereinszweck vermutet. Doch mit der Zeit wurde der Konzertsaal im Stadttheater zu gross, weshalb die Kammermusik-Konzerte ins Oltner Kunstmuseum verlegt wurden. Aus Angst, Traditionen aufs Spiel zu setzen behielt der Verein seinen Namen bis heute bei, obwohl er längst nicht mehr im Theaterbereich tätig ist. Auch heute noch widmet sich der Theater- und Konzertverein, welcher rund 90 Mitglieder zählt, der Kammermusik und führt jährlich mit seiner Konzertreihe vier Konzerte im Kunstmuseum Olten durch. «In seinen 70 Jahren organisierte der Verein 280 Veranstaltungen mit über 700 Künstlerinnen und Künstlern, darunter spätere Stars wie Sol Gabetta», erzählt Marija Wüthrich nicht ohne Stolz. Grosse Stars kann sich der Theater- und Konzertverein jedoch nicht leisten. «Wir stehen dank grosszügiger Spender, der Unterstützung durch den Kanton und Stiftungen auf soliden Beinen, auch wenn sich die Stadt Olten seit 2014 nicht mehr finanziell beteiligt. Trotzdem sind Grenzen gesetzt, weshalb wir beispielsweise nur für zwei Konzerte einen Flügel und ein Klavier mieten können.»

Anderer Zugang zur klassischen Musik

Mit dem Präsidentenwechsel vor fünf Jahren wollte man eine Verjüngung innerhalb des Vereins, jedoch auch im Veranstaltungsprogramm erreichen. Seither sorgt der teilweise neue, ehrenamtlich tätige Vorstand mit Jonas Burki, Klaus Lämmli, Elisabeth Studer, Isabelle Ulrich und Thomas Wüthrich für frischen Wind. «Ohne deren Engagement und auch dem der Helfer Eric Trautweiler und Werner Horisberger sowie der treuen Vereinsmitglieder wäre es nicht möglich, die Konzertreihe durchzuführen», betont Wüthrich. Die Pianistin mahnte bei ihrem Amtsantritt, dass sich die Klassikszene öffnen und weg vom elitären Gedanken kommen müsse. Wie das aktuelle Programm mit einem Auftakt von «Musique Simili» zeigt, ist dies zumindest dem Theater- und Konzertverein gelungen. So wird «Musique Simili» am Sonntagmorgen, 20. Januar um 10.30 Uhr im Kunstmuseum Olten Zigeunermusik zum Besten geben. «Man darf jedoch nicht vergessen, dass zum Beispiel Brahms oder Schubert sich ebenfalls einst der Volksmusik bedienten und daraus verschiedenste Stücke komponierten. Oftmals wurde damals die Musik von der Strasse auf die Bühne geholt», erzählt Wüthrich, die sich selbst neben ihren klassischen Engagements mit dem «Deseo de Tango Quintett» einem zusätzlichen Musikstil verschrieben hat. «Nur weil wir in der Klassik Musik von früher spielen heisst dies nicht, dass diese elitär ist», betont die zweifache Mutter. Das Bewusstsein, klassische Musik anders erlebbar machen zu müssen, habe bei den meisten Musikern inzwischen Einzug gehalten. «So wird die klassische Musik heute mit verschiedenen anderen Bereichen kombiniert», so die Präsidentin. «Auch wir versuchen vermehrt, das Publikum einzubinden, indem die Musiker während dem Konzert wissenswertes über die Musik oder den Komponisten erzählen. Daneben ist es das intime, gemütliche und familiäre Ambiente, das wir mit unserer Konzertreihe im Kunstmuseum erhalten und leben wollen. Es soll durch die Nähe eine Interaktion zwischen den Musikern und dem Publikum entstehen - ein bisschen Magie!», so die Pianistin lächelnd. «Zudem versuchen wir, regionalen, jungen Musikern eine Bühne zu geben und anhand von Bewerbungen und persönlichen Kontakten ein möglichst abwechslungsreiches Programm zusammenstellen.»

Zu Tränen gerührt

Am 24. März spielen «Otium», ein Ensemble für alte Musik, im Kunstmuseum auf. «Das
Ensemble wird Musik aus Renaissance und Barock, also Hofmusik, auf Instrumenten aus dem
17. Jahrhundert spielen», erklärt Wüthrich. Am 26. Mai schliesslich steht für einmal wieder die Präsidentin selbst auf der Bühne. Nach Beendigung des Mutterschaftsurlaubs präsentiert die Pianistin mit dem «Amar Streichquartett» eine Auswahl von Mozartstücken. Den Abschluss der diesjährigen Konzertreihe bestreitet am 22. September Sabine Weyer mit einem Klavierrezital. «Sie ist eine junge Pianistin aus Luxenburg, sozusagen ein aufgehender Stern, die mit ihren interessanten und innovativen Projekten, wie «Bach to the future» begeistert.» Auf die Frage, welches Konzert sie in den letzten Jahren speziell begeisterte, meint die Präsidentin: «Die Aufführung von Elisabeth Studer im vergangenen Jahr anlässlich von «100 Jahre Landesstreik» war für uns als Veranstalter toll. Mich persönlich rührte das «Duo Solot» mit ihrem grossartigen Spiel am Klavier zu Tränen.»

Konzertmatinée
Sonntag, 20. Januar, 10.30
«Musique Simili - Le vent d’est»
Kunstmuseum Olten

 

 

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