Vereine
10.04.2019

Mit neuem Projekt in den Frühling

Das neue Robi-Team (v.l.): Samuel Bossart, David Steiger, Zivildienstleistender Pascal Erni, das neue Mitglied Felix Holdener und Minka Friedli. (Bild: mim)

Das neue Robi-Team (v.l.): Samuel Bossart, David Steiger, Zivildienstleistender Pascal Erni, das neue Mitglied Felix Holdener und Minka Friedli. (Bild: mim)

Robi Olten Ganz im Sinne des Frühlings, der Neues entstehen lässt, konnte der Robi Olten am vergangenen Samstag anlässlich seines Frühlingsfestes von neuen Gesichtern und dem Projekt «Integration durch Partizi-pation» im Vögeligarten berichten.

Mirjam Meier

Während der Betrieb auf dem Robi Hagberg, dem Abenteuerspielplatz Mitten in Olten, das ganze Jahr hindurch stattfindet, sind die Türen des Pavillons im Vögeligarten während den Winter-monaten geschlossen. Am vergangenen Mittwoch stand nun erstmals wieder das Werken und Basteln im «Vögi» auf dem Programm. Der Start in die neue Saison wurde am vergangenen Samstag, 6. April mit dem Frühlingsfest gefeiert.

Erfreuliche Zahlen

Robi Olten-Präsident Urs Bloch begrüsste die Anwesenden und konnte erfreuliche Zahlen präsentieren. Obwohl der Robi Olten im vergangenen Jahr 45 Jahre alt geworden und damit im mittleren Alter angekommen sei, stecke er noch immer voller Energie, wie es auch die Zahlen zeigen würden. «8’000 Kinder aus Olten und der Region konnte der Robi Olten mit seinen vielfältigen Angeboten erreichen», freute sich Bloch. Auf dem Hagberg, der mit seinen Büroräumlichkeiten und seiner langen Geschichte als Basis gilt, wurden eine neue Hütte gebaut und Pflanzen gesetzt. Ausserdem beherberge die Schaltzentrale des Robi Olten seit letztem Jahr acht Hühner, so Bloch.

Vielfältiger Betrieb im Vögeligarten

Nun liege das Augenmerk jedoch nicht auf dem Hagberg, sondern auf dem Vögeligarten. Es sei dem Robi ein Anliegen auch den Kindern auf der rechten Stadtseite ein Angebot zu bieten, betonte Bloch. Seit Jahren gastiert deshalb der Robi im Sommerhalbjahr im Vögeligarten. Einst mit dem Robi-Bus vor Ort, steht dem Team seit 2010 ein Pavillon zur Verfügung, der 2013 mit einer gut eingerichteten Werkstatt erweitert wurde. «Noch immer sprechen die Kinder jedoch vom Robi-Bus», erzählt Mitarbeiter David Steiger schmunzelnd. Der Pavillon ist jeweils am Mittwoch-, Freitag- und Samstagnachmittag von 13.30 bis 17 Uhr geöffnet.

Neue Gesichter

Nachdem Stefan Schilli nach drei Jahren das Robi-Team verlassen hat, sind pünktlich zum Frühlingsstart mit Felix Holdener und dem Zivildienstleistenden Pascal Erni zwei neue Gesichter hinzugekommen, die das seit 2017 bestehende Team mit Minka Friedli, David Steiger und Samuel Bossart ergänzen. «Der Betrieb auf zwei Spielplätzen ist nur aufgrund des breitabgestützten Teams möglich», betonte Bloch. Alle Personen sind teilzeitangestellt. «Obwohl wir der Stadt Olten für ihre Unterstützung dankbar sind, die auf einer dreijährigen Leistungsvereinbarung beruht, hat der aufgrund der schwierigen Finanzlage reduzierte Beitrag auch beim Robi Olten ein strukturelles Defizit in die Vereinskasse gefressen», erläuterte der Vereinspräsident. Dies obwohl der Robi Olten versucht, mit der Verleihung von Material, der Vermietung des Spielplatzes, Spenden und Mitgliederbeiträgen auch Gelder zu generieren. «Nun gibt es zwei Möglichkeiten», zeigte Bloch auf und führte an: «Entweder wir reduzieren das Angebot oder lancieren ein für uns sinnstiftendes Projekt, für welches wir um Gelder von Stiftungen ersuchen können. Die Reduzierung des Angebots kam für uns nicht infrage, da auf dem Robi viele Kinder eine zweite Heimat gefunden haben.»

Alle Beteiligten weiterbringen

Nach den inzwischen abgeschlossenen Projekten «Werken im Park» und dem «Generationen- werken» wird nun mit dem neuen Projekt «Integration durch Partizipation» im Vögeligarten gestartet. Das Projekt wird durch die 3FO Stiftung finanziert, welche die Unterstützung von Individuen, Organisationen und Projekten in den Bereichen Persönlichkeitsentwicklung, Weiterbildung und Ausbildung bezweckt. Organisationsberaterin Thekla Huber ist Delegierte der Stiftung 3FO. Sie begleitet und coacht nun die nächsten drei Jahre Projektleiter David Steiger. «Das Konzept der Stiftung basiert darauf zu lernen, weshalb neben der Lancierung des Projektes auch das Team weitergebildet werden soll», erklärt Huber.

Kinder miteinbeziehen

«Die Infrastruktur der beiden Spielplätze unterscheiden sich grundlegend. Während der Hagberg eingezäunt ist und von den Kindern bewusst besucht wird, ist der Pavillon ein Teil des öffentlich zugänglichen Vögeligartens», zeigte Bloch die Herausforderung auf. So kam es im Vögi mit den vielen anwesenden Kindern auch zu Konflikten. Nachdem in einem ersten Schritt die Regeln angepasst werden mussten, bemerkte das Team, dass die Kinder mehr ins Programm mitein- bezogen werden müssen. «Wir möchten wegkommen vom Unterhaltungscharakter und bei den Kindern vermehrt eigene Ideen, die individuellen Fähigkeiten, das Verantwortungsgefühl sowie das Miteinander in einer Gruppe fördern. Sie sollen das Gefühl haben ein Teil vom Robi Olten zu sein», erklärt Projektleiter David Steiger.

Kinder heranführen

Mit kleinen Schritten sollen die Kinder nun spielerisch an die Veränderung herangeführt werden. Eine Überlegung sei beispielsweise ein Robi-Pass mit Foto. Auf jeden Fall wolle man den kulturellen Hintergrund der Kinder mehr im Programm berücksichtigen, so Steiger. Es sei ein Kochnachmittag geplant, an welchem die kulturell individuellen Rezepte für ein Fladenbrot mitgebracht werden können. «Nach einem Jahr möchten wir, dass die Kinder die Regeln selbst festlegen. Im zweiten Jahr führen wir das Götti-System ein, bei dem Ältere Jüngere coachen und im dritten sollen die Kinder selbst ein Nachmittagsprogramm planen und durchführen können», zeigt Steiger auf. «Wir sind ausserdem auch immer auf der Suche nach helfenden Händen, seien es Eltern oder Senioren, die den Kindern etwas beibringen möchten. Aber auch Personen mit Migrationshintergrund sind herzlich willkommen», betont Steiger und lud zum Frühlingsfest mit gesanglicher Umrahmung und Gitarrenklängen durch eine Mutter, Brätelstunden am offenen Feuer, dem Kinderschminken, verschiedenen Spielen und einer Hüpfburg.

www.robiolten.ch

 

 

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