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11.05.2021

Von Anfang bis Ende in denselben Händen

Nina Husi, Evelyn Thomet, Anna Schulte und Stephanie Fiechter bilden das Team der Beleghebammen Olten. (Bild: Talitha Violetta)

Nina Husi, Evelyn Thomet, Anna Schulte und Stephanie Fiechter bilden das Team der Beleghebammen Olten. (Bild: Talitha Violetta)

Beleghebammen Olten Werdende Eltern können ab Herbst von einem neuen Angebot im Kantonsspital Olten profitieren. Die Beleghebammen Olten bieten umfangreiche Dienste rund um die Geburt.

Von: Achim Günter

Wer ein Kind zur Welt bringt, will das bestmöglich umsorgt tun. Vor dem Geburtstermin gilt es vieles abzuklären und zu entscheiden. Der Ort der Geburt ist einer der zentralen Punkte bei den Überlegungen, die sich werdende Eltern machen. Wollen wir unser Kind im Spital zur Welt bringen? In einem Geburtshaus? Oder vielleicht zuhause? Sehr wichtig ist auch die Frage, wer die Frau vor und nach der Geburt begleitet.

Das Kantonsspital Olten (KSO) hält hierzu ab Herbst ein neues Angebot bereit: die Beleghebammen Olten. Die Idee ist weder revolutionär noch neu. In den Spitälern in Aarau oder Langenthal beispielsweise gibt es bereits heute Beleghebammen. Und in Olten gab es sie bis vor 20 Jahren ebenfalls schon einmal. «Die Nachfrage nach diesem Angebot ist riesig», erklärt Stephanie Fiechter. «Es soll eine Erweiterung sein für jene Eltern, die wissen wollen, wer sie bei der Geburt begleitet.» Die 35-jährige Baselbieterin gehört zum Team der Beleghebammen Olten, das aus vier Hebammen besteht. Allesamt sind sie langjährige Kolleginnen und noch bis Ende Juni Teil des angestammten Hebammenteams des KSO. Anschliessend werden sie als freiberufliche Hebammen ihre Dienste anbieten und ab Spätsommer als Beleghebammen erste Klientinnen des Kantonsspitals Olten betreuen.

Beleghebammen bieten der gebärenden Frau während der Schwangerschaft, bei der Geburt und auch danach im Wochenbett eine enge Begleitung und Unterstützung. Der grosse Vorteil dabei: Die werdenden Eltern und das Hebammenteam lernen sich im Vorfeld der Geburt gut kennen. Im Unterschied zu einer herkömmlichen Geburt im Spital hat so die werdende Mutter bei der Geburt nicht irgendeine Hebamme dabei, sondern eine aus dem Viererteam, zu dem sie bereits Vertrauen aufbauen konnte. Und die gebärende Frau profitiert während des gesamten Prozesses von einer 1:1-Betreuung durch die Hebammen.

Die Begleitung der werdenden Mutter setzt in der Regel in der 18. Woche ein. Ab positivem Schwangerschaftstest verfügt die Frau idealerweise über eine Hebamme als Ansprechperson. «Die Frau macht die Ultraschalluntersuchung beim Frauenarzt und danach die restlichen Untersuchungen bei uns Hebammen. So hat sie vor der Geburt sicher jede von uns vier Hebammen mindestens einmal gesehen», sagt Fiechter. Welche Hebamme schliesslich bei der Geburt anwesend ist, entscheidet der Einsatz- respektive Pikettplan der Beleghebammen.

Ganzheitlicher Ansatz

Als Beleghebammen verfolgten sie einen ganzheitlichen Ansatz, führt Fiechter aus. «Gebären hat sehr viel mit Loslassen zu tun, Loslassen wiederum hat viel mit Vertrauen zu tun, Vertrauen hat viel mit Sicherheit zu tun. Und wer in einem geborgenen Umfeld gebären kann mit einer Person, die man kennt, braucht weniger Interventionen und weniger Schmerzmittel.» Über Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett hinaus umfasst das Angebot der Beleghebammen Olten etwa auch Beckenboden- und Rückbildungskurse, Stillberatung oder auch die Begleitung bei Kindsverlust.

Acht Frauen pro Monat können buchen

Die vier Beleghebammen Anna Schulte, Evelyn Thomet, Nina Husi und Stephanie Fiechter verfügen über einen Dienstleistungsvertrag mit dem KSO. Sie arbeiten jedoch auf eigene Rechnung. Fiechter bringt das Modell in einem Satz auf den Punkt: «Wir dürfen die Infrastruktur des Kantonsspitals Olten nutzen und bringen diesem im Gegenzug Geburten.» Möglich sind im Rahmen des Angebots die klassische Beleghebammen-Arzt-Geburt oder die Beleghebammen-Hebammen-Geburt.

Ihr Angebot steht grundsätzlich jüngeren wie älteren Müttern oder solchen mit oder ohne Risikoschwangerschaft offen. Die ärztliche Unterstützung durch das Gynäkologen-Team des Kantonsspitals Olten ist im Bedarfsfall ohnehin immer sichergestellt. Das neue Angebot gilt ab Geburtstermin September 2021. Da sie pro Monat jeweils bloss acht Frauen betreuen können, mussten sie bereits einige Eltern mit Geburtstermin im September enttäuschen.

Der Blick auf die bisherigen Buchungen bestärkt die vier Hebammen in ihrem Tun. Die Nachfrage scheint im Raum Olten-Solothurn-Baselbiet, in dem die Beleghebammen Olten werdende Eltern ansprechen wollen, gegeben zu sein. Bereits jetzt haben sie mit Schwangerschaftskontrollen begonnen. Ab September werden Stephanie Fiechter und ihre drei Kolleginnen dann mithelfen, neue Erdenbürger erstmals im Rahmen des Beleghebammen-Konzeptes das Licht der Welt erblicken zu lassen.

www.beleghebammen-olten.ch

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