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20.07.2022

Nach zehn Jahren reicht er das Steuer weiter

Roman Fischer (links) leitet seit Anfang Juli die Geschicke der BOGG AG, Vorgänger Toni von Arx ist aber noch an Bord. (Bild: AGU)

Roman Fischer (links) leitet seit Anfang Juli die Geschicke der BOGG AG, Vorgänger Toni von Arx ist aber noch an Bord. (Bild: AGU)

BOGG Beim Busbetrieb Olten Gösgen Gäu gab vor kurzem Direktor Toni von Arx die Geschäftsleitung in die Hände von Roman Fischer weiter. Nach zehn Jahren Amtszeit hebt er drei Meilensteine seiner Tätigkeit hervor.

Von: Achim Günter

Vor drei Wochen, am 30. Juni, brachten sämtliche Busse des Busbetriebs Olten Gösgen Gäu (BOGG) ihre Fahrgäste mit Flaggenschmuck von A nach B. Grund für das feierliche Erscheinungsbild war die besondere Bedeutung des letzten Junitages für den BOGG-Direktor. Toni von Arx hatte an jenem Donnerstag seinen letzten offiziellen Arbeitstag auf der BOGG-Geschäftsstelle in Wangen bei Olten, wo wir uns zum Gespräch treffen. Tags darauf, am 1. Juli, trat dessen Nachfolger Roman Fischer offiziell seinen Dienst an.

War der 30. Juni ein Freudentag für Toni von Arx? Der Maschineningenieur und Betriebswirtschafter räumt schmunzelnd ein: «Ich trat die Pension mit gemischten Gefühlen an. Ich war mit Herzblut Teil dieses Unternehmens, die Arbeit bereitete mir viel Spass, wir konnten auch viel bewegen. Und es warten auch künftig spannende Herausforderungen auf die BOGG. Andererseits bin ich in einem gewissen Alter und gehöre dem Unternehmen schon seit zehn Jahren an. Da darf durchaus jemand mit neuen Ideen und Sichtweisen das Steuer übernehmen.»

Auf allfällige private Pläne geht er erst auf Nachfrage hin kurz ein, spannt den Bogen aber sofort wieder zurück zur Arbeit. Er erzählt, dass er Ausschau halte nach neuen Arbeitstätigkeiten. Von 100 auf 0 – seine Sache ist das nicht. «Nein, das möchte ich nicht», wehrt er ab, «solange die Gesundheit es erlaubt, möchte ich etwas arbeiten.» Mitte Mai durfte er bereits seinen 66. Geburtstag feiern. Er blieb also über Erreichen des Pensionsalters im Unternehmen – und hat es auch Ende Juni noch nicht endgültig verlassen.

Der dreifache Familienvater aus Wisen arbeitet bis Anfang des kommenden Jahres rund einen Arbeitstag pro Woche weiter für die BOGG. In einem Mandatsverhältnis führt er seinen Nachfolger Roman Fischer ein und betreut weiterhin den Umbau des Depots in Wangen bei Olten. Dieses grosse Bauprojekt begleitete er von Anfang an eng. «Stand heute gehen wir davon aus, dass der Bau im Februar 2023 abgeschlossen sein wird.»

Die Funktion als Direktor bei der 1998 entstandenen BOGG AG trat er 2012 an. Als ehemaliger Kantonsrat und früheres Mitglied der Umwelt-, Bau- und Wirtschaftskommission hatte er bereits zuvor vertiefte Einblicke in die Funktionsweise des Öffentlichen Verkehrs gehabt und verfügte auch schon über ein gewisses Netzwerk. Seine Hauptaufgabe erkannte von Arx bei Amtsantritt in der forcierten Digitalisierung des Unternehmens. Mit Stolz blickt er auf das Erreichte zurück: «Da hat sich in den letzten zehn Jahren vieles bewegt. Heute müssen wir uns nicht verstecken bezüglich Einsatzplanung, Datenversorgung der Fahrzeuge oder Datenlieferung der Fahrzeuge an übergeordnete ÖV-Systeme», erklärt der passionierte Jäger und Fischer.

5 Elektrofahrzeuge ab Fahrplanwechsel

Neben den Fortschritten bei der Digitalisierung hebt von Arx zwei weitere Meilensteine seiner Amtszeit hervor. Da wäre mal die Erneuerung der Fahrzeugflotte beziehungsweise vollzogene Wechsel bei den Antriebsarten. 2012 fuhr mehr als ein Viertel der Flotte, mehr als zehn Fahrzeuge, mit Erdgas, der Rest mit Diesel. Momentan sind noch drei der aktuell 48 Busse mit Erdgas unterwegs, ab dem Fahrplanwechsel im Dezember werden erstmals fünf elektrobetriebene Fahrzeuge für die BOGG auf den total 199 Kilometern Betriebslänge zwischen Erlinsbach und Oensingen unterwegs sein. Ein Bus ist durchschnittlich zwölf Jahre für das Unternehmen im Einsatz und legt rund eine Million Kilometer zurück. Bis spätestens in zwei Jahren werden die letzten Erdgas-Busse aussortiert, verspricht der abgetretene Direktor. Auch der Anteil der Dieselfahrzeuge werde sukzessive reduziert.

Als dritten Erfolg heftet sich von Arx, der als einer der wenigen im Unternehmen selber gar keine Busse lenken darf, die Steigerung der Personalzufriedenheit mit ans Revers. Insbesondere bezüglich Einsatzplanung gebe es heute kaum mehr unzufriedene Gesichter. «Zwischen der Dienstplanung vor zehn Jahren und derjenigen von heute liegen Welten. Die Zufriedenheit konnte dadurch markant gesteigert werden.» Rund 165 Mitarbeitende stehen im Sold der BOGG; rund 130 Chauffeure und Chauffeusen, der Rest ist in Verwaltung und Werkstatt tätig. Die Fluktuation beim Fahrpersonal sei sehr gering, sagt von Arx. Abgänge gebe es kaum je, und die meisten arbeiteten über das Erreichen des Pensionsalters hinaus, oft bis gegen das 70. Altersjahr hin.

Anders als vielleicht noch vor 20, 30 Jahren ist das Fahrpersonal heute viel diverser. «Wir sind ein Abbild der Gesellschaft», kommentiert von Arx diesen Umstand. Heute würden viele Teilzeit arbeiten, es habe Personen mit Migrationshintergrund dabei, auch einige Frauen. «Wir haben heute den höchsten Frauenanteil seit je im Unternehmen. Das wurde möglich durch die Teilzeit-Jobangebote.» Die BOGG AG gilt offenbar als attraktiver Arbeitgeber. Jedenfalls erklärt von Arx: «Im Moment sind wir in der glücklichen Lage, problemlos gut qualifiziertes Personal zu finden.» Sie würden prinzipiell niemanden im Ausland anwerben. «Denn die Erwartung ist, dass der Fahrgast in hiesiger Mundart mit dem Chauffeur reden kann und der Chauffeur das Gesagte versteht. Das testen wir im Vorstellungsgespräch.»

«Anforderungen sind überall gestiegen»

Jüngst wurde eine Studie publik gemacht, die ein wenig schmeichelhaftes Bild von der gesundheitlichen Lage beziehungsweise den Arbeitsbedingungen des Fahrpersonals im schweizerischen ÖV zeichnet. Von Arx sagt, dass ähnliche Problematiken auch auf das BOGG-Personal zuträfen. Man sei aber daran, zumindest gewisse Missstände zu beheben oder zu entschärfen. So baue die BOGG derzeit mehrere WCs exklusiv für ihr Fahrpersonal auf den Routen rund um Olten, aktuell in Wangen und in Stüsslingen. Die BOGG biete eine Gesundheitsvorsorge mit Massage oder weitere Dienstleistungen an. Die Ergebnisse der Studie hätten sie jedenfalls in der Auffassung bestärkt, dass die frühzeitig eingeleiteten Massnahmen richtig gewesen seien. «Gleichzeitig muss man auch sagen, dass ja nicht nur der Busfahrer mehr Druck verspürt. Überall in der Arbeitswelt sind die Anforderungen in den letzten 20 Jahren gestiegen.»

Obwohl der Anteil Teilzeitbeschäftigter stark zugenommen hat und das Angebot für die Passagiere deutlich ausgebaut wurde, stehen gar nicht mal so viele zusätzliche Fahrerinnen und Fahrer auf der Lohnliste der BOGG. Wie ist das möglich? Von Arx erklärt, dass man die Pufferzeiten optimiert habe. Konkret: Für ein Schwätzchen mit einem Kollegen oder den Gang an den Kiosk bleibt heutzutage im dichten Taktfahrplan kaum mehr Zeit. Der abtretende BOGG-Direktor räumt denn auch ein: «Der Job des Buschauffeurs wurde sicher stressiger. Nicht nur deswegen allerdings, sondern auch, weil sich viel mehr Leute auf den Strassen bewegen als früher.» In besagter Studie wird auch das thematisiert, die Komplexität des heutigen Verkehrs und die Auswirkungen aufs Fahrpersonal.

Selbstverständlich hätten die Busse der BOGG den Anspruch, die Kundschaft pünktlich ans Ziel bringen. Aber die Geschäftsleitung setze deswegen das Personal nicht unter Druck. «Wir sagen unserem Personal, dass die Sicherheit an oberster Stelle kommt. Wir nehmen in Kauf, dass ein Anschluss gebrochen wird oder ein Bus unpünktlich ankommt. Wir wollen alle Fahrgäste sicher ans Ziel bringen und dabei niemanden gefährden», so von Arx.

Zum Schluss unseres Gesprächs setzt sich Roman Fischer kurz mit an den Tisch. Der neue Direktor sagt, dass er zweifellos «eine solide Firma» habe übernehmen können. «Aber dennoch gibt es natürlich viele spannende Herausforderungen.» Er nennt primär die Einführung der Elektrobusse, die zahlreiche veränderte Prozesse nach sich ziehen werde, die Eröffnung des neuen Depots oder die Verdichtung des Fahrplantakts. Allesamt «Baustellen», die Toni von Arx in ein paar Monaten nur noch aus der Ferne begleiten wird. In sich ruhend sagt er: «Ich schlafe sehr gut, und ich bin auch sicher, dass Roman Fischer das gut machen wird. Angst ums Unternehmen habe ich nicht.»

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