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13.11.2019

Die Suche nach der Balance

Die Schülerinnen und Schüler, die Mitarbeiterinnen sowie Schulleiter Walter Jäggi (r.) der HPSZ Olten freuen sich mit Tanz in Olten-Präsidentin Ursula Berger (2 v.r.) auf die beiden Probewochen und insbesondere die Auftritte vor Publikum. (Bild: mim)

Die Schülerinnen und Schüler, die Mitarbeiterinnen sowie Schulleiter Walter Jäggi (r.) der HPSZ Olten freuen sich mit Tanz in Olten-Präsidentin Ursula Berger (2 v.r.) auf die beiden Probewochen und insbesondere die Auftritte vor Publikum. (Bild: mim)

24. Oltner Tanztage: Mit drei Choreografien starten am Mittwoch, 20. November unter dem Motto «Off Balance» die diesjährigen Tanztage. Einen speziellen Fokus legt der durchführende Verein Tanz in Olten in diesem Jahr auf den Nachwuchs, verleiht erst- mals einen Förderpreis und lanciert ein Tanzvermittlungsprojekt mit dem HPSZ in Olten.

Mirjam Wetzstein

Nachwuchsförderung werde an den Tanztagen seit Jahren betrieben, zeigt Tanz in Olten-Präsi- dentin Ursula Berger auf und bestätigt, dass sie in diesem Jahr durch die Schaffung des Förder- preises nochmals intensiviert wurde. Auch der Auftakt der 24. Tanztage am Mittwoch, 20. Novem- ber um 20 Uhr in der Schützi Olten wird traditionell von 24 jungen Tänzerinnen und Tänzern der vorprofessionellen «Compagnie Ballet Junior de Genève» bestritten. «Gezeigt wird je ein Stück von drei unterschiedlichen, hochkarätigen Choreografen», erzählt Berger.

Ein Förderpreis für den Nachwuchs

Die Tanzplattform «New Ideas II», an welcher sich seit einigen Jahren jeweils drei Newcomer prä- sentieren konnten, wurde aufgrund der ersten Verleihung des Förderpreises ausgebaut. «Unser Vorstandsmitglied Christine Bloch hat das in den Hintergrund gerückte Thema Förderpreis wieder aufgenommen», erzählt Berger und fügt an: «Wir haben uns in der Tanzszene einen Namen ge- macht. Zudem möchten wir die qualitativ guten Nachwuchs-Tänzerinnen und -Tänzer, die das mitt- lerweile breit abgestützte tänzerische Ausbildungskonzept in der Schweiz hervorbringt, fördern.» Über 40 Bewerbungen seien aufgrund der Ausschreibung eingegangen. Gemeinsam mit einer Fachjury, zusammengesetzt aus Mitgliedern des Vereins Tanz in Olten und Experten, wurden acht Produktionen ausgewählt, die am Sonntag, 24. November um 19 Uhr gezeigt werden. Es sei keine einfache und eine zeitaufwändige Aufgabe gewesen, sich anhand von Papier und Video für oder gegen eine Produktion zu entscheiden, so Berger. Aus den acht Produktionen wird am selben Abend ein Gewinner erkoren, der einen durch Sponsoren finanzierten Förderpreis über 4’000 Franken erhält.

Inklusion an den Tanztagen

«Tanz hat immer eine integrative Wirkung», ist die Oltner Tanzpädagogin überzeugt. Dies trifft in diesem Jahr besonders zu. Nach den Oltner Schulen, die vor ein paar Jahren dem südafrikani- schen Tanz «Pantsula» frönten, Primarschülern die mit der Basler MIR Compagnie den urbanen und zeitgenössischen Tanz entdeckten und Improvisationen im vergangenen Jahr an der Kanti Olten, findet in diesem Jahr eine Zusammenarbeit mit dem Heilpädagogischen Schulzentrum Olten (HPSZ) statt. «Der Verein Beweggrund erteilt in der ersten Woche allen 130 Schülerinnen und Schülern eine Lektion. Zudem absolviert eine Projektgruppe bestehend aus 20 Kindern, die sich freiwillig für den Auftritt gemeldet haben und einen Teil ihrer Freizeit dafür hergeben, ein In- tensivprogramm. Für Schulleiter Walter Jäggi und Sekretariatsmitarbeiterin Susan Waltisberg han- delt es sich ebenfalls um eine arbeitsintensive Zeit. Schliesslich muss immer sichergestellt werden, dass die Schülerinnen und Schüler, die mit einer Beeinträchtigung leben, auch nach zusätzlichen Proben oder Auftritten wieder nach Hause gebracht werden. «Bei 22 Gemeinden kann das schon etwas anspruchsvoll sein», weiss Jäggi. Zudem wirken in den jeweiligen Lektionen mit dem Berner Verein Beweggrund sieben Mitarbeiterinnen mit. Trotz des zusätzlichen Aufwandes sind sowohl Jäggi als auch Waltisberg von der Möglichkeit begeistert. «Wir leben nicht hinter Mauern und sind extrem dankbar, an einem Projekt teilnehmen zu dürfen, das für einmal nicht in einem geschützten Rahmen stattfindet», betont Waltisberg. So testet die HPS-Projektgruppe am Donnerstag, 28. No- vember vor ihren Schulkameradinnen und -kameraden das Gleichgewicht mit Elementen des Stücks «Kipppunkt» der Compagnie Beweggrund und am Freitag, 29. November steht die Kinder-Gruppe im Vorfeld des Auftritts der Compagnie auf der Bühne.

Gegenpol zur virtuellen Welt

«Mit dem Tanz können wir den Menschen als Ganzes mit allen Sinnen ansprechen. Dies ist wich- tig in der aktuellen Zeit, in der die physische Bewegung im Hier und Jetzt ein wichtiger Gegenpol zur virtuellen Welt darstellt», ist Berger überzeugt. Neben dem Nachwuchs sind am Festival jedoch auch hochkarätige Tanzschaffende anzutreffen. So feiert die Compagnie Zoo des Solothurner Tänzers und Choreografen Thomas Hauert sein 20-jähriges Jubiläum mit seinem Stück «How to proceed». «Ein Stück, das mich sprachlos macht», schwärmt die Präsidentin. «New Idea One» zeigt schliesslich am Samstag, 23. November vielfältigste Tanzausrichtungen: Zum einen mit «Senyals» von Tänzer Manel Salas Palau, der seine Ursprünge im Hip Hop hat und sich mit der katalanischen Musikerin Nuria Andorra in die Improvisation begibt. Am selben Abend beschäftigt sich Tänzerin Nadine Gerspacher, inspiriert vom Roman «Warten auf Godot», mit dem Warten und schliesslich steht mit Edouard Hue der diesjährige Gewinner des Schweizer Tanzpreises mit sei- ner «Beaver Dam Company» auf der Bühne. Am Montag, 25. November wird zudem im Kino Lichtspiele der Film «Yuli» gezeigt.

Tanztage Olten
Mittwoch, 20. bis Freitag, 29. November
Schützi Olten

www.tanzinolten.ch

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