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11.12.2019

«Viele Leute, keine Noten»

Der Oltner Schlagzeuger Robert Weder wird morgen Freitag, 13. Dezember mit dem «Oxley & Meier Guitar Project» in der Vario Bar in Olten zu hören sein. «Mit vielen Leuten und möglichst wenig Notenpapier», wünscht er sich den Abend. (Bild: Franz Beidler)

Der Oltner Schlagzeuger Robert Weder wird morgen Freitag, 13. Dezember mit dem «Oxley & Meier Guitar Project» in der Vario Bar in Olten zu hören sein. «Mit vielen Leuten und möglichst wenig Notenpapier», wünscht er sich den Abend. (Bild: Franz Beidler)

Oxley & Meier Guitar Project Am Freitag, 13. Dezember tritt das «Oxley & Meier Guitar Project» in der Oltner Vario Bar als Quartett auf. Für den Oltner Schlagzeuger Robert Weder ist das Konzert ein traditionelles Wiedersehen.

Franz Beidler

Ganz einfach zu spielen, sei diese Musik nicht, bestätigt der Oltner Schlagzeuger Robert Weder. «Nicolas schreibt komplexe Sachen», fasst er zusammen, wenn er die Kompositionen des Gitarristen Nicolas Meier beschreibt. Morgen Freitag, 13. Dezember werden Weder und Meier zusammen mit dem Gitarristen Pete Oxley und dem Bassisten Arnaud Chancelet im Quartett als «Oxley & Meier Guitar Project» in der Oltner Vario Bar auftreten. «Eines der Stücke benötigt fünf Seiten Notenpapier, um aufgeschrieben zu werden. Ich habe es nun auf drei Seiten zusammengekürzt», meint Weder lachend. Wer nun denkt, er würde deshalb nur das halbe Stück spielen, irrt. «Das Ziel ist, die Noten möglichst schnell möglichst ganz wegzulassen.» Ganz so, wie das im Jazz und jazzverwandten Stilrichtungen üblich ist. «Es geht darum, auf der Bühne miteinander musikalisch zu interagieren, miteinander zu spielen eben», erklärt Weder und zieht einen Vergleich zu einer Fussballmannschaft, die sich den Ball zuspielen und Laufwege erkennen muss, um erfolgreich zu sein. Notenblätter werden da plötzlich zur Ablenkung vom Wesentlichen.

Ein herzliches Zusammentreffen

Natürlich hilft es, wenn sich die Akteure kennen, musikalisch wie menschlich. «Es ist jeweils ein herzliches Zusammentreffen mit Nicolas», beschreibt Weder. Vor über 20 Jahren lernten sie sich kennen. «An einer Jamsession in Freiburg», erinnert er sich. Meier wuchs in einem Vorort auf und studierte in der Universitätsstadt Musik. «Später zog er dann nach London und baute sich dort eine Karriere auf», erzählt Weder. Die Weihnachtstage verbringt der Auswanderer jeweils mit der Familie in der Schweiz. Bei dieser Gelegenheit organisiert Meier Konzerte mit Musikern vor Ort im «Le XXe», seinem musikalischen Stammlokal in Freiburg und lädt dazu Familie, Freunde und Bekannte ein. «2006 spielten wir zum ersten Mal einen solchen Vorweihnachtsgig», erinnert sich Weder. «Die Probe findet jeweils in Nicolas Elternhaus am Nachmittag des Konzertabends statt», erzählt er schmunzelnd und beschreibt, wie er sein Schlagzeug im Wohnzimmer zwischen Sofa und Couchtisch zwängen muss. «Viele Trommeln stehen mir da jeweils nicht zur Verfügung.» Ein gemeinsames Abendessen mit der Familie stärkt für die Bühne. «Dieses Jahr spielen wir das erste Mal eine kleine Tournee», so Weder. Drei Tage nach dem Auftritt in der Vario Bar spielt das Quartett ein Konzert im Zürcher «Moods», dann im Deutschen Freiburg im Breisgau und schliesslich eben in der Freiburgischen Heimat. Anstatt in der elterlichen Stube findet die Probe diesmal in Weders Übungslokal in Olten statt. «Mir ist es lieber, nur einmal zu proben», meint Weder. «Man neigt sonst dazu, zu viel abmachen zu wollen», weiss er aus Erfahrung. «Ausserdem gibt Meier auf der Bühne klare Zeichen und führt die Band sehr gut.» Weder übt das Programm für den Abend mit Tonaufnahmen und eben Noten.

Aus zwei mach vier

Die Stücke stammen allesamt von Meier und Pete Oxley, mit dem er das «Oxley & Meier Guitar Project», eigentlich ein Duo, bildet. Die gesamte Musik liegt aber auch in Arrangements für Quartettbesetzung vor. «Bass und Schlagzeug fügen sich nahtlos und harmonisch ein», meint Weder, der ebenfalls Erfahrung als Komponist mitbringt. «Wenn Musik gut komponiert ist, funktioniert sie in jeder Besetzung.» Ein Quartett mit zwei Gitarren sei unüblich und daher sehr hörenswert. «Ausserdem ergänzen sich Meier und Oxley gut», erklärt Weder. Während Ersterer aus dem Bauch heraus komponiert, bleibe Oxleys Musik eher einer konzeptuellen Idee treu. «In Meiers Musik sind alle seine Einflüsse zu hören», analysiert Weder seinen Kumpanen. «Er spielt auch noch in einer Metal-Band und ist daher sehr virtuos. Er hat eine Frau aus der Türkei geheiratet und sich daher mit türkischer Musik beschäftigt. Und natürlich fliesst auch der kontemporäre Gitarrenjazz eines Pat Metheny in seine Kompositionen ein.» Eines der Stücke basiere sogar auf einem simplen, französischen Walzer.

Klangliche Vielfalt

Die beiden Gitarristen Meier und Oxley reisen mit mehreren, unterschiedlichen Gitarren an: Instrumente mit Nylonsaiten, die wie Flamencogitarren tönen, traditionelle semiakkustische Jazzgitarren und Rockgitarren mit Massivkorpus. So bringen sie eine Fülle von Klängen mit, die dank elektronischen Effekten noch erweitert wird. «Ich spiele aber ein traditionelles Jazzschlagzeug und der Bassist einen akkustischen Kontrabass», freut sich Weder. Dank dieser klanglichen Mischung würde die eigenwillige Musik des Duos im Quartett einen gemeinsamen Nenner finden. «Schlussendlich müssen wir aber auf der Bühne zusammenspielen», resümiert Weder. Das Heimspiel in der Oltner Vario Bar sei für ihn etwas besonderes. «Schliesslich spielte ich schon den allerersten Gig der damals neu eröffneten Vario Bar im April des Jahres 2000.» Damals habe er improvisierten Techno mit analogen Instrumenten gespielt. Seither gleich geblieben ist sein Wunsch für einen gelungenen Konzertabend: «Organisch, lebendig, mit vielen Leuten und möglichst ohne Noten.»

«Oxley & Meier Guitar Project»
Nicolas Meier (git), Pete Oxley (git), Arnaud Chancelet (db), Robert Weder (dr)
Freitag, 13. Dezember, 21 Uhr
Vario Bar, Solothurnerstrasse 22, Olten

www.variobar.ch

 

 

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