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18.12.2019

Sein persönliches Weihnachten entdecken

Die Oltnerin Manuela Höfler stellt in ihrem Bilderbuch die Frage, was an Weihnachten wirklich zählt. (Bild: mim)

Die Oltnerin Manuela Höfler stellt in ihrem Bilderbuch die Frage, was an Weihnachten wirklich zählt. (Bild: mim)

Weihnachts-Kinderbuch Die Oltnerin Manuela Höfler hat das Kinderbuch «Das Schöne an Weihnachten» geschrieben und ist darin der Frage nachgegangen, was die Bräuche mit Weihnachten zu tun haben.

Von: Mirjam Wetzstein

Sie sei bereits in ihrer Kindheit ein Fan von Kindergeschichten gewesen und es bis heute geblieben, erzählt Manuela Höfler. Die Mutter von zwei Söhnen vermisste jedoch im Angebot von Weihnachtsgeschichten für Kinder etwas. «Was haben beispielsweise Christbaumkugeln mit der Geburt von Jesus zu tun? Die Frage nach den Bräuchen lässt sich nicht nur an Weihnachten, sondern auch an Ostern stellen», so die Oltnerin.

Gemeinsames suchen

«An Weihnachten sollen die verschiedenen Ansichten und Glaubensrichtungen Platz haben, egal ob nun die einen die Geburt von Jesus oder die anderen das Leben feiern. Wichtig ist, dass wir verbindende Elemente finden», betont Höfler, die, als ihr älterer Sohn im letzten Jahr erstmals die Schule besuchte, feststellte, dass die unterschiedlichsten Erdteile der Welt in seiner Klasse vertreten sind. «Ich selbst bin in Stüsslingen in einer Gesellschaft aufgewachsen, von der sich die heutige multikulturelle Gesellschaft massgeblich unterscheidet», erzählt die 41-Jährige, die zehn Jahre in der Kommunikation tätig war. «Die Schulen übernehmen einen wichtigen Beitrag bei der Integration von anderen Kulturen und die Kinder schaffen Verbindungen», so Höfler, die überzeugt ist, dass der gegenseitige Respekt unsere Gesellschaft stark macht. «Wir müssen nicht das Fremde, sondern das Verbindende ins Zentrum stellen. Besonders in den Festen der verschiedenen Kulturen ähneln sich ja viele Elemente.»

Idee wächst zum Bilderbuch

Die zwei Jahre, die Höfler nach der Geburt des zweiten Sohnes nicht arbeitete, boten ihr die Möglichkeit, an eigenen Texten zu arbeiten und sich mit der Frage auseinanderzusetzen, was Weihnachten eigentlich bedeutet. Nach rund drei Monaten hatte sie die Geschichte verfasst und machte sich auf die Suche nach einem Verlag. Die integrative Aufgabe, welche Schulen täglich leisten, war sicherlich mit ein Grund, weshalb die Anfrage von Höfler beim Lehrmittelverlag Zürich auf offene Ohren stiess. Der Lehrmittelverlag schlug Anna Luchs als Illustratorin vor. «Während eines dreiviertel Jahres haben wir uns ein paar Mal getroffen, um die von ihr portionsweise gefertigten Bilder zu meinen Texten zu besprechen», erzählt Höfler vom Arbeitsprozess. Das Mädchen Hanna bekam ein Gesicht. «Die Bilder müssen ansprechen und auch alleine funktionieren. Ich finde es toll, mit welcher Liebe zum Detail Anna Luchs die Bilder gestaltet hat. Neben dem Buch ist auch ein Adventskalender von ihr entstanden.» Hanna’s Eltern begegnen den jährlichen Festlichkeiten in «Das Schöne an Weihnachten» unterschiedlich. Hanna’s Vater geht im Kekse backen, Haus schmücken, Besuch des Weihnachtsmarktes sowie im Schmücken des Weihnachtsbaums völlig auf, während Hanna’s Mutter mit dem Brimborium nicht allzu viel anfangen kann, was manchmal zu Streitereien führt. Deshalb beschliesst Hanna, gemeinsam mit ihrer Maus und ihrer Freundin Saida, eine Weihnachtsfeier für alle Geschmäcker und Kulturen zu organisieren.

Traditionelle Weihnachtsfeier

«Ich mag Weihnachten sehr, besonders die Lichter und den Gesang», erzählt Höfler, die Mitglied im Marienchor ist. Seit ihre Kinder auf der Welt seien, feiert sie mit ihrer Familie so, dass es möglichst für alle stimmt. «Wir schmücken gemeinsam das Haus und backen in der Adventszeit», erzählt Höfler, die sich als Naturmenschen beschreibt. Aufgrund der Nachhaltigkeit hätten sie sich dieses Jahr die Frage gestellt, ob sie tatsächlich einen eigenen Baum schmücken sollten. «Für unsere Söhne war jedoch klar: dieser gehört an Weihnachten dazu», erzählt Höfler schmunzelnd. «Ich finde es wichtig, dass sich sowohl die Kinder, als auch die Erwachsenen fragen dürfen, welche Rituale und Bräuche ihnen selbst etwas bedeuten», betont die Autorin. Ideen für weitere Geschichten hätte sie noch viele, so Höfler, die in einem kleinen Pensum beim Bund als Projektleiterin einer Gesetzesevaluation tätig ist. «Ich würde gerne noch eine Geschichte mit denselben Figuren schreiben, doch ob ich tatsächlich die Zeit finde, weiss ich noch nicht.»

Buch: «Das Schöne an Weihnachten»
Manuela Höfler / Anna Luchs
Lehrmittelverlag Zürich
9783037138533
erhältlich im Buchhandel

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