23.05.2012

Logik ist logisch, oder nicht?

Julian Collazo erreichte im Schweizer Finale der Mathematik- und Logikspiele in der Kategorie L1 (Maturanden) den 11. Platz. ZVG)Raffaele Spielmann will nächstes Jahr eine Stufe weiter kommen. jpi)

Julian Collazo erreichte im Schweizer Finale der Mathematik- und Logikspiele in der Kategorie L1 (Maturanden) den 11. Platz. ZVG)

Raffaele Spielmann will nächstes Jahr eine Stufe weiter kommen. jpi)

Mathematik- und Logikspiele Zwei Oltner Kantonsschüler qualifizierten sich für das Schweizer Finale

Jennifer Pfister

Das Produkt dreier Zahlen, die nicht durch 10 teilbar sind und die kleiner als 201 sind, ist 201‘000. Wie lautet ihre Summe? 216 oder 271.Logisch, oder etwa nicht? Dies ist eine Ausgabe aus der Kategorie C2 (obligatorisches Schuljahr) an der Schweizermeisterschaft der Mathematik- und Logikspiele. Der Kantonsschüler Raffaele Spielmann qualifizierte sich als einziger Solothurner in dieser Kategorie für die Finalrunde am 12. Mai in Lausanne. «Die Aufgaben an der ETH Lausanne, waren schwieriger als jene im Halbfinal in Zürich an der ETH», sagt der 14-jährige Schüler. Dies bestätigt Julian Collazo, obwohl er im Gegenzug gewisse Aufgaben leichter fand. Er ist drei Jahre älter als Spielmann und besucht an der Oltner Kantonsschule das 3. MAR. Collazo qualifizierte sich in einer höheren Kategorie L1 (Maturanden), ebenfalls als einziger der Region Olten. «Es müssen alle Kandidaten die gleichen Aufgaben lösen, in den tieferen Kategorien müssen aber beispielsweise in den drei Stunden nur 13 von 18 Aufgaben gelöst werden», erklärt Collazo die Spielregeln. Spielmann sah sich die Aufgaben der höheren Kategorien nur kurz an: «Die Skizzen sahen sehr kompliziert aus.» Der Kantonsschüler erreichte den 81. Platz von 85. Doch dies macht ihm nichts aus: «Ich dachte ich sei besser, doch ich finde es super, dass ich mich für die Schweizer Meisterschaft qualifiziert habe.» Im letzten Jahr sei er im Halbfinal gescheitert. «Wer weiss, vielleicht habe ich bis im nächsten Frühling wieder viel Neues gelernt im Mathematik-Unterricht und erreiche einen vorderen Rangplatz». Er habe an der diesjährigen Meisterschaft einen schlechten Tag gehabt: «Ich konnte mich nicht konzentrieren, dies kann vorkommen.»

Collazo erreichte den 11. von insgesamt 33 Rängen. Sein Ziel waren die Top Ten. Dieses hat er knapp geschrammt. Auch Collazo hat sich in Hinblick auf letztes Jahr enorm gesteigert: «An meinem ersten Turnier der Mathematik- und Logikspiele erreichte ich nicht einmal das Halbfinal. Ich schied bereits in der Vorrunde an der Oltner Kantonsschule aus.»

Solothurner sind untervertreten

Die Gewinner der Schweizer Meisterschaft der Mathematik- und Logikspiele dürfen am internationalen Finale in Paris teilnehmen. Dort treten die besten Mathematik- und Logikspieler aus 15 Ländern gegeneinander an. Bis auf Weiteres wird die Schweiz von sieben Mathematik-Genies vertreten. Die Namen sind auf der Homepage des Schweizerischen Mathematikspieleverbands smasv.ch ersichtlich. Aus dem Kanton Solothurn ist niemand dabei. Auffallend rangiert sind die Westschweizer. Deutlich über die Hälfte der Anmeldungen sind aus der Romandie. Dies findet Collazo schade: «Es wäre toll, wenn der Bekanntheitsgrad im deutschsprachigen Raum steigen würde.»

Nächstes Jahr — wieder dabei?

Mitmachen können nicht nur Schulen, Universitäten und Professoren, sondern alle die eine Begabung für Mathematik- und Logikspiele haben. Ob Collazo nächstes Jahr wieder teilnimmt, weiss er noch nicht: «Ich habe von März bis Juni die Maturaprüfungen, in diesem Zeitraum finden auch die Ausscheidungsrunden statt.» Spielmann nimmt im Jahr 2013 am Wettkampf teil: «Ich bin gespannt, welchen Rang ich im nächsten Jahr erreiche.»

Berufswünsche der Logik-Genies

 

Spielmann besucht in Olten das Untergymnasium. An den Mathematik- und Logikspielen habe er aus Spass mitgemacht. In seiner Freizeit löse er keine «Knobelspiele». Trotz der hervorragenden Durchschnittsnote von 5.5 im Mathematikunterricht hat sich Spielmann für das Profil Linguistik entschieden. «Ich mag auch Sprachen», sagt der 14-Jährige. Seine Mutter ist Italienerin, er beherrsche aber nur Grundkenntnisse, deshalb habe er Italienisch als Schwerpunktfach gewählt. Was er später machen möchte, weiss Spielmann noch nicht: «Soll ich etwas mit Sprachen studieren oder doch eher Naturwissenschaften?» Dies ist die Qual der Wahl, wenn man alle Schulfächer beherrscht.

Collazo geht es ähnlich, er ist allerdings bereits im Sommer 2013 mit der Matura fertig. Er ist im Fach Mathematik Klassenbester und auch die anderen Fächer bereiten ihm keine Mühe. «Ich möchte in die IT-Branche oder in die Wissenschaft. Ich weiss es leider noch nicht», sagt Collazo.

Den Hörsaal der ETH in Zürich hat er am Halbfinal der Mathematik- und Logikspiele bereits ausgekundschaftet: «Die Atmosphäre im Vorlesungsraum war toll. Doch, will ich dort wirklich studieren?» Entscheidungen zu treffen sind im Gegensatz zu Logikaufgaben für niemanden einfach.

 

 

 

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