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09.08.2017

Seit 130 Jahren auf der Aare zu Hause

OK-Präsident Ernst Zingg (l.) und Kurt Brugger, Pontonier und Wettkampfparcours-Verantwortlicher, sind für das 130-Jahr-Jubiläumsfest vom 25. bis 27. August mit Jungpontonier Schweizermeisterschaft auf Kurs. (Bild: mim)

OK-Präsident Ernst Zingg (l.) und Kurt Brugger, Pontonier und Wettkampfparcours-Verantwortlicher, sind für das 130-Jahr-Jubiläumsfest vom 25. bis 27. August mit Jungpontonier Schweizermeisterschaft auf Kurs. (Bild: mim)

Pontoniersportverein Olten Vom Freitag, 25. bis Sonntag, 27. August geht es hoch her auf der Aare. Dies, weil die Oltner Pontoniere mit einem Wettkampffahren am Samstag und der Schweizermeisterschaft der Jungpontoniere am Sonntag ihren 130. Geburtstag feiern.

Mirjam Meier

Das Bild gehört zu Olten wie die Aare selbst: Unsereins sitzt gemütlich im Aarebistro während die Pontoniere hautnah in ihren Booten gegen die Strömung kämpfen. «Der Pontoniersport ist anstrengend», bestätigt OK-Mitglied Kurt Brugger und fügt strahlend an: «Aber er bereitet auch viel Spass.» Brugger muss es wissen. Schliesslich hat der 67-Jährige mit 14 Jahren mit dem Pontoniersport, damals in Aarau, begonnen, wo bereits sein Vater und Bruder aktiv waren. 1971 wechselte er zum Pontoniersportverein Olten, in welchem er fünf Jahre als Fahrchef und 15 Jahre als Präsident amtete. Inzwischen wird der Sport in der dritten Generation betrieben. «Ich bilde mit meinem 28-jährigen Sohn ein Team», so Brugger, der vor zwei Jahren bei einem eidgenössischen Wettkampf in die Kränze kam.

Wurzeln beim Militär

Am 23. Juli 1887 trafen sich 12 Pontoniere in der Brauerei Trog in Olten und gründeten den heutigen Pontoniersportverein Olten, der heuer sein 130-jähriges Jubiläum feiern kann. Einst lag der Vereinsgründung ein militärischer Gedanke zugrunde: Man wollte die zukünftigen Rekruten auf die Aufgabe auf dem Wasser - den Brückenbau - vorbereiten. Kenntnisse über das Gewässer mit seinen Strömungen sowie die Technik zu erlernen und Kraft aufzubauen waren damals Haupt- aufgaben der Pontoniersportvereine. Auch wenn sich die Pontoniere heute mehr dem sportlichen Kräftemessen widmen und weniger der militärischen Vorausbildung, sind die Hauptaufgaben dieselben geblieben. Jungfahrer haben zudem die Möglichkeit mit 18 Jahren im Pontonierlager den Schiffsführer-Kurs zu absolvieren. Die Pontoniervereine werden jedoch auch heute noch massgeblich durch das Militär unterstützt. Das gesamte Material wie Boote, Ruder oder Stachel werden vom Militär zur Verfügung gestellt. Die Pontoniere können jedoch auch bei Überschwem- mungen zum Einsatz kommen. «Im Jahr 2007 haben wir Personen aufgrund der überschwemmten Schützenmatte befördert», erinnert sich der 67-Jährige. Auf die Frage, was ihn am Pontoniersport fasziniere, erklärt Brugger: «Wir befahren die verschiedensten Flüsse, wie die Aare, den Rhein, die Reuss, die Limmat und weitere. Jeder der Flüsse hat seine Eigenheiten. Um bei Wettkampffahrten die maximale Punktzahl herauszufahren, müssen deshalb die Gegebenheiten richtig eingeschätzt werden können.»

Pontoniere verbinden

Um das dreitägige Jubiläumsfest vom 25. bis 27. August angemessen begehen zu können, haben die 27 aktiven Oltner Pontoniere mit dem einstigen Kantonsrat Ernst Zingg einen Wasserliebhaber und begeisterten Schwimmer als OK-Präsident ins Boot geholt. Zingg, zwar nicht selbst als Pontonier aktiv, ist als ursprünglicher Erlinsbacher bereits in Kindertagen durch die nahe Aare in Kontakt mit den Schönenwerder Pontonieren gekommen. Zudem betont der einstige Stadt- präsident: «Für mich war die Aare nie ein trennendes, sondern stets ein verbindendes Element.
Zu dieser Verbindung tragen auch die Pontoniere mit ihrem sportlichen, aber auch gesell- schaftlichen Engagement auf und neben der Aare bei.»

Die Jungen ins Zentrum gerückt

Als Wettkampfparcours-Verantwortlicher ist Kurt Brugger um einen spannenden Rundkurs besorgt. Der Parcours auf der Aare ist anlässlich des Jubiläums grösser und anspruchsvoller als in vergangenen Jahren und erstreckt sich von der alten Holz- bis zur Eisenbahnbrücke. «Da die Aare nicht so viel Wasser führt und einen bescheidenen Wasserlauf hat, haben wir einige Heraus- forderungen im Parcours eingebaut. Beispielsweise müssen die Fahrer, um 20 Punkte zu erhalten, 20 Zentimeter an die beiden Eisenbahnbrückenpfeiler heranfahren und 45 Grad zur Flussströmung stehen - und dies unter Zeitdruck», erklärt Brugger. Mit der Schweizermeisterschaft der Jung- pontoniere am Sonntag wolle man die Jungen ins Zentrum der Geburtstagsfeierlichkeiten rücken, so Brugger. In den Aufbau des Nachwuchses hat der Verein viel Energie gesteckt. Mit Erfolg. So konnten die Jungpontoniere in den letzten Jahren ihren Mitgliederbestand auf 15 Jungpontoniere erweitern. «Die Jüngsten sind acht Jahre alt und jeweils im Boot kaum zu sehen», erzählt Brugger lächelnd. Während sich am Sonntag, 27. August die Jungen auf einem anspruchsvollen Parcours auf der Aare messen, werden am Samstag, 26. August die «alten Hasen» bei Wettkampffahrten ihr Können beweisen. Anlässlich der beiden Festtage werden bis zu 1’000 Teilnehmer aus allen Sektionen erwartet. Nun bleibt, gemäss Ernst Zingg, auf gutes Wetter zu hoffen, damit viele Besucher zum Vereinshaus bei der Oltner Badi kommen und die Pontoniere zeigen können, wie aktiv die Aare genutzt werden kann.

130 Jahre PSV Olten
Fr., 25. bis So., 27. August
Pontonierhaus hinter der Oltner Badi

www.oltner-pontoniere.ch

 

 

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