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11.10.2017

«Ich habe die Kamera schnell vergessen»

Karin Hengartner präsentiert sich am Freitag, 27. Oktober anlässlich der «Landfrauenküche» auf SRF. (Bild: SRF/Ueli Christoffel)

Karin Hengartner präsentiert sich am Freitag, 27. Oktober anlässlich der «Landfrauenküche» auf SRF. (Bild: SRF/Ueli Christoffel)

Karin Hengartner vom Oltner Ruttigerhof ist bei der elften Staffel der «Landfrauen- küche» von «SRF bi de Lüt» mit dabei. Am Freitag, 27. Oktober wird die Sendung ausgestrahlt, in der sie ihre sechs Konkurrentinnen auf ihrem Hof bekocht und damit versucht, den Sieg nach Olten zu holen.

Mirjam Meier

Sie hätte nicht gedacht, dass sie tatsächlich für die «Landfrauenküche» ausgewählt werde, erzählt Karin Hengartner und gesteht: «Schliesslich bin ich alles andere als die Vorzeigebäuerin mit grossem Garten.» Aber genau diesen Aspekt wollte Hengartner aufzeigen: Ein Hof in Stadtnähe und eine Bauersfrau, die in verschiedenen Bereichen tätig ist. «Meine persönliche Motivation war, verschiedene Gegenden der Schweiz kennenzulernen und einmal hinter die Kulissen des Fernsehens zu schauen», erzählt die 41-Jährige.

«Ich heirate einmal einen Bauern»

Aufgewachsen ist Karin Hengartner nach Obergösgen und Dulliken in Kappel in einem Mehrfamilienhaus. Doch bereits als Kind ging sie mit dem Hund des Nachbarn spazieren und verbrachte die Ferien auf einem Bauernhof. «Ich wollte viele Kinder und liebe Tiere, deshalb war ich schon früh überzeugt davon, dass ich einmal einen Bauern heiraten werde», erzählt Hengartner schmunzelnd. «Dass es dann tatsächlich so weit kam, war aber doch Zufall», so die sechsfache Mutter lachend, die seit 1996 mit ihrem Ehemann Philipp verheiratet ist. Er hat den Ruttigerhof von seinen Eltern übernommen. «Ich wäre gerne Hebamme oder Kleinkindererzieherin geworden», erzählt die gelernte Hauspflegerin. Dies sei damals aber nicht möglich gewesen. Den einen oder anderen Wunsch konnte sich Hengartner dennoch teilweise erfüllen. Nach der Geburt ihrer Kinder hat sie sich zur Doula, zur Geburtsbegleiterin, ausbilden lassen. Ihre Kinder waren auch der Grund, dass sie ihr einstiges Hobby Töpfern durch das Nähen ersetze. «Als in den Läden nur bauchfreie Mode erhältlich war, beschloss ich, selbst Kinderkleider anzufertigen. Beim Nähen kann ich noch heute alles vergessen», schwärmt Hengartner, die ihre Kinderkleider auch zum Verkauf anbietet. Seit dem ersten Wurf vor zehn Jahren ist die 41-Jährige zudem als Züchterin von Grossen Schweizer Sennenhunden aktiv. Neben sechs Kindern also ein rundum volles Programm. «Ich brauche die Abwechslung und kann mich schnell für etwas begeistern», so Hengartner.

«Landfrauenküche»

Neben der Oltnerin nehmen sechs weitere Bäuerinnen aus den verschiedensten Landesteilen an der «Landfrauenküche» teil. Begonnen hat die elfte Staffel mit Brigitte Wegmüller aus Bigenthal (BE), gefolgt von Irene Schmid aus Flühli (LU). Die nächste «Landfrauenküche» wird am morgigen Freitag, 13. Oktober mit Marlise Baur aus Travers (NE) ausgestrahlt. Jeder Landfrau ist ein Abend gewidmet, an welchem diese vorgestellt wird und sie mit einem regionaltypischen Landfrauen-Znacht ihre Konkurrentinnen zu überzeugen versucht. Der Abend wird durch die Landfrauen nach vorgegebenen Kriterien benotet. Wer die Staffel gewonnen hat, erfahren die Zuschauer an der Finalsendung im November.

Eine Woche vor der Kamera

Eine Woche lang begleitete das SRF-Team die Familie. Filmisch wurde eine Velotour, die Tätigkeit in der Hundeschule, Aufnahmen beim Nähen und Kochen und die Zubereitung des währschaften «Rösti und Spiegelei-Zmorge» um 6.15 Uhr festgehalten. «Ich war überrascht, wie freundlich, unkompliziert und lustig die Zusammenarbeit mit dem Fernsehteam ablief», zeigt sich Hengartner begeistert. «Da wir sein durften, wie wir sind, habe ich ziemlich schnell die Kamera vergessen. Ich bin eine Landfrau in der Stadt, die von Olten nicht nur den Bahnhof, sondern auch schöne Ecken zeigen wollte.» Authentisch zu sein war Hengartner sehr wichtig. «Ich wollte mich nicht auf dem Traktor oder im Stall bei Arbeiten präsentieren, die ich sonst nie mache», betont sie. Und wie steht es um die Kochkünste der Oltnerin? «Ich koche sehr gerne, aber der Zeitfaktor und der Umstand, dass meine Familie nicht alles mag, erschweren manchmal die Kocherei. Allerdings bin ich keine Sonntagsköchin. Bei uns gibt es auch schon mal ein Filet unter der Woche und am Sonntag kann es vorkommen, dass ich eine Pizza bestelle», zeigt sich die Oltnerin unkompliziert. Und was nimmt Hengartner vom «Abenteuer Fernsehen» mit. «Ich würde es sofort wieder tun. Es sind Freund- schaften entstanden und ich habe die verschiedensten Ecken der Schweiz kennen gelernt. Wir Teilnehmerinnen haben einen gemeinsamen Chat gegründet. Anlässlich unseres Adventsmarktes vom 2. und 3. Dezember ist nun bereits ein Wiedersehen geplant», freut sich Hengartner. «Der finale Liveabend am 11. November, an dem die Gewinnerin präsentiert wird, ist im Moment noch weit entfernt, doch trotzdem, etwas nervös macht es mich schon», gesteht die Oltnerin.

Nächste «Landfrauenküche»:
Freitag, 13. Oktober: Marlise Baur
Infos:
<//a>luet/landfrauenkueche-2017-die-11-staffelwww.srf.ch/sendungen/srf-bi-de-

www.ruttigerhof.ch

 

 

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